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Ueber Umwege nach Warschau

Drei Tage Krakau und es kribbelt wieder in unseren Beinen. Wir wollen der Weichsel bis nach Warschau folgen, die durch die Regenfaelle der vergangenen Tage ein maechtiges Hochwasser fuehrt. Ob dies unsere Routenwahl beeinflussen wird, wissen wir noch nicht …

Bei leichtem Regen und kuehlen Temperaturen verlassen wir die Stadt, die aufbauenden Kommentare und Mails von Zuhause motivieren zum Weiterradeln. Haben die letzte Nacht bei Mariusz verbracht, einem enthusiastischen, jungen Radler, der in einer 20 Quadratmeter-Wohnung nahe des Stadtzentrums wohnt. Waehrend wir zum Fruehstueck leckeren Gruentee trinken, buegelt er sein Hemd fuer die Arbeit. Zuerst den Kragen, dann beide Aermel und die Vorderseite. Den Ruecken laesst er aus, denn der wird ja ohnehin vom Sakko verdeckt, meint er. Mariusz gibt uns Tipps fuer die weitere Routenfuehrung, der wir leider nicht immer folgen koennen – aufgrund des Hochwassers sind einige Bruecken und grossflaechige Gebiete gesperrt. Immer wieder sind wir gezwungen Umwege zu fahren, die unsere Kraefte und Nerven auf die Probe stellen und uns am Ende doch noch mit wunderschoenen Momenten fuer unsere Muehe belohnen …

Tagebucheintrag von Anita
Donnerstag 20.5. Partynia:

“Regen. Schon wieder. Warum tun wir uns das eigentlich an? Freiwillig?? Andi macht Grieskoch, waehrend ich mich um den Tee kuemmere und meinen Gedanken nachhaenge. Dann geht’s im Regen weiter. Mal mehr, mal weniger – bis sich ein leichtes Nieseln einstellt. Das schlechte Wetter schlaegt auf unsere Stimmung – auch bei Andi, aber er wuerde es nie zugeben. Fahren die schwer befahrene Hauptstrasse auf dem Pannenstreifen entlang, bis wir endlich wieder auf eine ruhigere Nebenstrasse kommen … Die Wolken werden immer dichter, rundherum Blitze und Donner. Keine zwei Minuten spaeter regnet es heftig. Es scheint, als wuerden wir genau unter der maechtigen Gewitterwolke radeln. Regen wie aus Eimern. Meine Handschuhe sind komplett mit Wasser gefuellt, unsere Nerven am Boden. Fangen wegen einer Kleinigkeit zu Streiten an. Aber was hilft’s. Wir muessen weiter … Komplett durchnaesst stehen wir vor dem Motel. Das Einzige weit und breit. Fuer 50 Zloty bekommen wir ein Zimmer, das ich eher als Suite bezeichnen wuerde … Und als Andi nochmal runtergeht, um die Raeder abzusperren, kommt er mit einer waermenden Tasse Tee und einer staerkenden Schwammerlsauce mit Knoedel zurueck – ein Geschenk des Hauses!! Es ist nicht immer alles wie es scheint – und dieses Zimmer ist offensichtlich die Belohnung fuer die vergangenen Tage. Am naechsten Morgen werden wir von der Sonne sanft aus unserem Tiefschlaf geholt …”

Das schoene Wetter begleitet uns nunmehr bis Warschau. Es ist unglaublich, wie sich nicht nur unsere Wahrnehmung durch die Sonne veraendert. Alles scheint zu strahlen und zu leuchten. Die Menschen arbeiten rundehrum in ihren Gaerten und Feldern, bunte, frisch gewaschene Waesche haengt ueberall auf den Verandas. Auf den Ortsplaetzen spielen lachende Kinder mit ihren Grosseltern, der Eisverkauf laeuft auf Hochtouren, die Wiesen verwandeln sich in ein farbenfrohes Blumenmeer … Als Hoehepunkt spielt in einem Park in Ostroviecswieto – Krzysky eine Jazzband das Lied “What a wonderful world” und im selben Moment beobachten wir, wie ein kleines Kind neugiereig den Rollstuhl eines alten, ihm fremden Mannes betastet, dieser sichtlich geruehrt dem Kind sanft ueber den Kopf streichelt und dabei eine Traene ueber seine Wange kullert …

P.s.: Neue Bilder im Ordner Polen!

6 Kommentare zu “Ueber Umwege nach Warschau”

  1. Sonndrasss schreibt:

    Ihr zwoa Liaben!!!

    Danke Danke!!! ganz herrlich und so wunderschön, DIE nandita sind zurück, ein traumhaft schöner Eintrag ins Tagebuch, die warme chillige Sonnen-Stimmung bei euch ist gut zu spüren, schene schene Bilder…

    Wenn das Herz eines Menschen erfüllt ist vom Licht des Himmels; verlieren sich alle Hindernisse auf seinem Weg!!(Mahatma Gandhi)

    Ich drück euch mal wieder!

    Sonndrasss
    (alias Lejana, tjaaa so ist das…)

  2. zlav schreibt:

    he ihr zwei. wollt euch nur berichten, dass ich ständig schau was neues gibt. mag eben voll dabei sein. wenn’s was neues gibt, sofort lappi einpacken und auf zum cafe. cilli schmöckert und liest halblaut und erfreut sich an den fotos genau wie ich. weiter so. und übrigens die stimmung in den nachrichten über die unwetter lässt halb rückblicken auf eure umstände. auba schee streiten bei so an weda is a geil, bleibt auf jeden voi imma in erinnerung. “woaßt as no do bei den gschissenen weda in krakau, wiast ma’s griaskoch in’s gsicht schütten woitast” “jo jo kaun mi eh erinnern” so ähnlich wird des daun klinga. und vü lochn dabei. juchhey. oiso bis daun. ps: zur stadt steyr sei erwähnt, damit ihr aum laufenden seits, es geht ois in die entwicklung, dass a monarchie entstehen wird, mit untergrundbahn aum lokalbaunhof, cilli stellt die erste kaiserin und i bin der hoffnarr. oiso seits gespaunt wenn’s irgendwaun amoi wieda do her schaun soitats. “es hat sich einiges geändert”

  3. Dani schreibt:

    Berührende Anekdoten und wunderschöne Zeichen auf dem Weg, das muss Motivation zum weiterradeln geben!

    lg an euch und etwas Sonnenschein auch aus Steyr!
    Dani

  4. Alf schreibt:

    grüß euch ihr zwei.
    auf deine anfrage (per sms) obs mia guad geht. ja bis auf an fost umfaui mit da katl (ktm)und an masarati. konnte sturz vermeiden oba sau knapp. Verletzte mit dabei den linken hinichen fuaß (anscheinend bandln eingerissen),geht ma oba schon wieder dementsprechend guat. eichane bricht san a wucht und büda ah, eh klar.
    wünsch eich nua des best, hoff auf a boides uprade und druck eich im gedanken ganz fest. bussi da bruda und vielleicht a amoi schwoga (goi andi :) :) )

  5. Oliver und Renate schreibt:

    ein herzliches hallo euch beiden
    haben vom tom m. von eurer tour erfahren, verfolgen ab jetzt laufend eure news und wünschen euch alles erdenklich gute auf allen euren wegen
    lg Oliver und Renate

  6. Manfred Riegler schreibt:

    Hallo Andi & Anita :)
    Wir wünschen euch alles gute und viel glück bei eurer Weltreise :)
    Passt auf euch auf und bleibt gesund.
    Ich werd natürlich eure reise mitverfolgen!

    lg aus Ried im Innkreis, Mandi u. Carmen

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Gepostet am 25.05.2010 um 21:24 in Kategorie Polen